...ja was ist denn das?
Da tritt der DAV Präsident zurück und läuft zu den Südtirolern über, die Presse vermutet Richtungskämpfe und Spaltungstendenzen im DAV und im Forum ist das (fast) kein Thema? (bis auf den NoOlympia-Thread)
Na dann versuche ich es hier mal mit einem neuen Thread:
Quo vadis DAV? Wohin soll es gehen mit dem Alpenverein?
- Unpolitischer (Berg-)Sportverein?
- ADAC der Berge? (Zitat SZ) - Servicebüro und Eventgestalter für den engagierten Freizeitbergsportler aus der Stadt
- Naturschutzverband mit umweltpolitischen Auftrag zum Schutz des Lebensraum Alpen?
- Treffpunkt der Alpin-Puristen?
- Back to the roots - wie war das noch anno dazumal? Akademischer Eliteverein der Bergliebhaber?
...
ZITAT(Jorgo @ 08.07.2010 - 15:41)

- ADAC der Berge? (Zitat SZ) - Servicebüro und Eventgestalter für den engagierten Freizeitbergsportler aus der Stadt
hat wer was anderes erwartet?
der Summit Club war der Anfang und der Kletterhallenwahn folgte
schade finde ich, dass du zwar das Thema eröffnest aber scheinbar keine eigene Meinung hast
Grüße
kebne
citrus
08.07.2010 - 21:05
Genau,
da werden die richtigen Fragen gestellt und interessante Themen angeschnitten. Aber wo ist Deine eigene Meinung jorgo? Und die Presse kann ja viel vermuten...
*good days*
cit
martin.heynert
08.07.2010 - 22:24
ZITAT(Jorgo @ 08.07.2010 - 14:41)

Da tritt der DAV Präsident zurück...und im Forum ist das (fast) kein Thema?
Wo sollte man das diskutieren? Ein bergsportpolitisches Unterforum existiert hier nicht. Du selbst, Jorgo, bist auf "DAV-Veröffentlichungen" ausgewichen. An sich ist dieses Unterforum für Bücher und sonstige Medien gedacht. Ich vermute, daß absichtlich keine Unterforen existieren, in denen solche Themen, oder auch der Skywalk auf der Alpspitze, thematisch richtig eingeordnet diskutiert werden können.
Der Interimspräsident ist ein guter Mann, kommt aus unserer Hildesheimer Sektion.
Die Fragen, die Du stellst, sind im Leitbild des DAV ausführlich beantwortet (ist auf der HP unter "Verein" verlinkt). Der Verein geht in die Breite, versucht, möglichst vielen Interessen gerecht zu werden. Ich finde das richtig. Die Berge sind nicht der Platz, um Doktrinen auszuleben. Mit Toleranz lassen sich fast alle Interessen unter das große Dach "DAV" bringen. Der DAV bietet jedem etwas und kommt damit auf die große Mitgliederzahl, die einerseits seine finanziellen Leistungen für uns und andererseits sein bergpolitisches Gewicht für uns hergibt.
ZITAT(citrus @ 08.07.2010 - 22:05)

Genau,
da werden die richtigen Fragen gestellt und interessante Themen angeschnitten. Aber wo ist Deine eigene Meinung jorgo? Und die Presse kann ja viel vermuten...
*good days*
cit
...ey ihr seid´s ja goldig... mit Eurer Meinung scheint Ihr aber auch lieber hinter´m Berg halten zu wollen... (geiles Wortspiel, gell)
M. E. ist der „ADAC“-Vergleich gar nicht so falsch, zumindestens wenn man sich mal anschaut, warum so viele Leute heute in den DAV eintreten: alpine Versicherung, Bergsteigeressen, vergünstigte Hüttenübernachtungen, Vorhalten der Infrastruktur, die lieben Kleinen zum Kletterkurs anmelden usw. usw..... Auch wenn man sich viele Einträge im Forum anschaut, scheinen das momentan häufige Beweggründe für eine DAV Mitgliedschaft zu sein. Heißt also, DAV der alpine Service-Provider (?).
Andererseits - und da unterscheidet sich der DAV (noch) erheblich vom ADAC – hat (hatte?) der Verein mit seinen Sektionen eine starke „Basis-Kultur“. Vereinsleben im klassischen Sinne... Berge, Freizeit und Sport gemeinsam gestalten und erleben. Und hier entsteht ein neues Problem. Gemeinsam gestalten und erleben heißt auch persönliches Engagement für die Gemeinschaft – und da hakt es zunehmend in unserer Gesellschaft. Die Bereitschaft für das Ehrenamt ist stark rückläufig... und ohne freiwillige Mitarbeit können auf Dauer keine Programmangebote, Jugendarbeit, Wege- und Hüttenbau usw... gewährleistet und finanziert werden, zumindestens nicht auf dem Standard, wie man es gerne hätte.
Ja und diese Gratwanderung (wie sinnig ☺ ) müssen der DAV, sein Präsident, die Verbandsgremien und die Geschäftsführung heute bewältigen. Und sie können das nicht alleine. Hier sind alle Mitglieder gefordert, damit der Verein auch zukünftig beiden Seiten gerecht wird – „Berg-ADAC“ und „Regionaler Verein“. Nicht nur nehmen auch geben.... sonst ist der DAV in ein paar Jahren tatsächlich nur noch ein Berg-ADAC und wir finanzieren mit unseren Beiträgen die Monatszeitschrift, das Reisebüro... und was mit den Notrufsäulen geworden ist, wissen wir ja alle...
Und was das „Politische“ betrifft. Ein Berg-NABU kann der DAV nicht sein, dazu ist seine Mitgliedschaft zu heterogen. Hier könnte der DAV nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner agieren... heißt, hier kann nur fachliche Kompetenz beigesteuert werden – was der DAV in der Vergangenheit gut gemacht und auch weiterhin so machen sollte.
...so Jungs, und wo ist jetzt Euer Input?
Kletterhexe
09.07.2010 - 09:09
ZITAT(martin.heynert @ 08.07.2010 - 23:24)

ZITAT(Jorgo @ 08.07.2010 - 14:41)

Da tritt der DAV Präsident zurück...und im Forum ist das (fast) kein Thema?
Wo sollte man das diskutieren? Ein bergsportpolitisches Unterforum existiert hier nicht. Du selbst, Jorgo, bist auf "DAV-Veröffentlichungen" ausgewichen. An sich ist dieses Unterforum für Bücher und sonstige Medien gedacht. Ich vermute, daß absichtlich keine Unterforen existieren, in denen solche Themen, oder auch der Skywalk auf der Alpspitze, thematisch richtig eingeordnet diskutiert werden können.
Der Interimspräsident ist ein guter Mann, kommt aus unserer Hildesheimer Sektion.
Die Fragen, die Du stellst, sind im Leitbild des DAV ausführlich beantwortet (ist auf der HP unter "Verein" verlinkt). Der Verein geht in die Breite, versucht, möglichst vielen Interessen gerecht zu werden. Ich finde das richtig. Die Berge sind nicht der Platz, um Doktrinen auszuleben. Mit Toleranz lassen sich fast alle Interessen unter das große Dach "DAV" bringen. Der DAV bietet jedem etwas und kommt damit auf die große Mitgliederzahl, die einerseits seine finanziellen Leistungen für uns und andererseits sein bergpolitisches Gewicht für uns hergibt.
Es geht hier doch ganz offensichtlich nicht darum, an welcher Stelle die aufgeworfenen Fragen formal in das Forum eingegliedert werden! Entscheidend ist, dass der Präsidenten des Vereins, dem dieses Forum zugehörig ist, überraschend zurückgetreten ist, und zwar aus Gründen, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass grundsätzliche Richtungsfragen dahinter stehen.
Es geht ebensowenig darum, was derzeit im Leitbild des DAV steht, sondern darum, in welche Richtung sich der DAV zukünftig weiterentwickeln wird. Jorgo hat verschiedene mögliche Stichworte genannt.
Das alles ist auch keine Frage der "Toleranz". Ein Verein muss sich mit seinen Zielvorgaben positionieren. Dies schließt eine gleichzeitige Zielvorgabe im Sinne aller von Jorgo angesprochenen Richtungen gerade aus. Sich positionieren ist das eine. Ausgehend davon abweichende Meinungen dann gleichwohl tolerieren etwas anderes.
Gerade aufgrund seines "bergpolitischen Gewichts" halte ich die Diskussion, wo sich der DAV im Gefüge der aufgzeigten Möglichkeiten positioniert für wichtig in diesem DAV-Forum und für eine Frage, die alle, die sich dem Bergsport und dem DAV verbunden fühlen, etwas angeht.
Die rein personelle Frage, wer nun vorübergehend die präsidiale Funktion übernommen hat ist für mich gegenüber diesen grundlegenden Sachfragen völlig unbedeutend (Noch dazu, wenn derjeneige verlautbaren lässt, lediglich als Interimspräsident zur Verfügung zu stehen.)
ZITAT(Jorgo @ 09.07.2010 - 10:01)

...so Jungs, und wo ist jetzt Euer Input?
...und Mädels natürlich...
strauchdieb
09.07.2010 - 14:09
Für alle Nichteingeweihten und nicht SZ-Leser! Helft uns!!
Bis auf die knappe Mitteilung hier auf der Startseite liegen mir keine weiteren Informationen vor. Vielleicht kann uns jemand aus dem Verbandsrat mit etwas Hintergrundwissen anfüttern. Wäre schon spannend, mehr über die Gründe der Amtsniederlegung und des Vereinsaustritts zu erfahren.
Das Problem ist, dass ich nur als Mitglied und dann am besten in Amt und Würden die Geschicke des Vereins beeinflussen kann. Die diesjährige Alpinismustagung (Klimawandel) war ein gutes Beispiel, wohin der Weg führen könnte. Allerdings befürchte ich, dass dieses heiße Eisen wieder einmal nicht ernsthaft angepackt wird. Der Summitclub hat sich elegant aus der Affaire gezogen, wirkliche Veränderungen im Reise- und Freizeitverhalten bei der Masse unserer Mitglieder sind nicht zu erwarten.
Ich wünsche mir einen DAV, der klar und deutlich Ja sagt zum Schutz und Erhalt der Bergwelt. Gerne auch auf Kosten von Mitgliedern, die diesen Weg nicht mitgehen wollen.
Gruß, Strauchdieb
HawkeyePBF
09.07.2010 - 14:46
ZITAT(strauchdieb @ 09.07.2010 - 15:09)

Wäre schon spannend, mehr über die Gründe der Amtsniederlegung und des Vereinsaustritts zu erfahren.
In einer Mail des Interimspräsidenten H. Wucherpfennig an die Sektionsvorsitzenden hiess es, H. Röhle habe den Eindruck gewonnen, die Mehrheit des Verbansrats habe kein Vertrauen mehr in ihn.
Deshalb hat Röhle seinen Rücktritt erklärt.
Inizialzünder war wohl die Haltung des DAV zur Olympia- Bewerbung von GAP
Hallo Strauchdieb und die übrigen Nicht-SZ-Leser hier im Forum.
Ich hatte gehofft, dass die SZ vielleicht den einen oder anderen Beitrag aus der Mittwochsausgabe (07.07.10) auch online zugänglich macht, und ich ihn dann hier verlinken kann. Dies ist leider (bislang) noch nicht der Fall.
Ein Abtippen wollte ich mir eigentlich ersparen, denn es handelt sich um eine komplette (!) Zeitungsseite im München-Teil (S. 42), auf der es sich unter folgender Gesamtüberschrift in drei Beiträgen nur um den DAV bzw. die Erschließung des Alpenraumes dreht:
ZITAT
Zwist im Alpenverein
Fünf Jahre lang war Heinz Röhle Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV). Bis zum Samstag. Da trat er nach einem heftigen inneren Krach überraschend zurück. Hintergrund des Streits ist die Frage, welchen Kurs der größte Bergsportverein der Welt einschlagen soll. Sport oder Naturschutz? Für oder gegen die Olympischen Spiele in München? Events oder Touristenattraktionen in den Bergen - gut oder böse? Schließlich geht es in den Alpen schon längst nicht mehr nur um Wandern und Hüttenromantik. Auch wenn sich der DAV neuen Zielgruppen geöffnet hat und sich zunehmend als Serviceverband versteht, wächst er vor allem im Großraum München kontinuierlich - ungeachtet der internen Querelen.
Darunter dann folgende drei Artikel:
ZITAT
Abstieg nach dem Gipfeltreffen
Hinter dem Rücktritt von Alpenvereinspräsident Röhle steckt die ungeklärte Frage, ob der größte Bergsteigerverein der Welt ein Sport- oder ein Umweltverband sein will
Klicken um den Anhang anzusehenZITAT
Der ADAC der Berge
Jeder zehnte Münchner ist inzwischen Mitglied - der DAV lockt mit Serviceangeboten
Klicken um den Anhang anzusehenZITAT
Auffi muss i
Warum selbst Großstädter den Alpen in inniger Hassliebe verbunden sind
Klicken um den Anhang anzusehenUm Missverständnissen vorzubeugen:Die Artikel spiegeln nicht die Meinung des Web-AK oder einzelner Moderatoren/ Administratoren wieder. Zudem können in den Artikeln möglicherweise auch Passagen enthalten sein, zu denen der DAV eine andere Ansicht vertritt!
Es handelt sich um gescannte Zeitungsartikel (Quelle in den PDF-Dateien genannt), die hier im Forum zum Zwecke der Information derjenigen Community-Mitglieder bereitgestellt werden, die keinen Zugriff auf die entsprechende Zeitungsausgabe haben.
Gruß Muci
Web-AK
Ich provozier mal ein wenig.
ZITAT(Jorgo @ 08.07.2010 - 15:41)

...ja was ist denn das?
Da tritt der DAV Präsident zurück und läuft zu den Südtirolern über, die Presse vermutet Richtungskämpfe und Spaltungstendenzen im DAV und im Forum ist das (fast) kein Thema? (bis auf den NoOlympia-Thread)
Ob das für mich als einfaches Mitglied eine besondere Bedeutung hat???
[...]Dass im großen Stil Hütten aufgegeben werden, kann ich mir beim besten Willi nicht vorstellen. Für Kletteranlagen wäre, schneller als uns lieb sein würde, privatwirtschaftlicher Ersatz da. (In Schweden klappt das ja auch.) Ebenso werden sich auch weiterhin Leute finden, die Klettergärten sanieren. Summit Club, DAV- Versand etc. pp. nutze ich ohnehin nichtl
Sou wott?
Hi muci,
das wäre prima, wenn du uns das zugänglich machen könntest!
Die Allerweltsmeldung auf der offiziellen Website des DAV gibt nicht viel her.
Bloß nicht zuviel verraten ...
lg usch
ZITAT(Muci @ 09.07.2010 - 16:25)

Hallo Strauchdieb und die übrigen Nicht-SZ-Leser hier im Forum.
Ich hatte gehofft, dass die SZ vielleicht den einen oder anderen Beitrag aus der Mittwochsausgabe (07.07.10) auch online zugänglich macht, und ich ihn dann hier verlinken kann. Dies ist leider (bislang) noch nicht der Fall.
...hab auch schon die ganze Zeit die on-line-Fassung der SZ gesucht...leider ergebnisfrei...
dafür aber die Franken:
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1257160&kat=30
HawkeyePBF
09.07.2010 - 16:05
Aha, ich dachte schon, ich bin nicht fähig in der SZ-online Ausgabe den Artikel zu finden.
ZITAT(Kletterhexe @ 09.07.2010 - 10:09)

Die rein personelle Frage, wer nun vorübergehend die präsidiale Funktion übernommen hat ist für mich gegenüber diesen grundlegenden Sachfragen völlig unbedeutend (Noch dazu, wenn derjeneige verlautbaren lässt, lediglich als Interimspräsident zur Verfügung zu stehen.)
Dass H. Wucherpfennig nur als Interimspräsident zur Verfügung steht, ist das eine.
Der andere Punkt ist, dass es nach meiner Ansicht auch satzungsmässig nicht anders geht.
Der Präsident wird schliesslich von der Hauptversammlung gewählt und nicht irgendwie (auch nicht von Präsidium oder Verbandsrat) bestimmt.
Ausser eben in Fällen wie diesem, wo satzungsgemäss eine Vertretung gewählt wurde.
Theoretisch könnte er ja auf der Hauptversammlung für das Amt kandidieren und gewählt werden, ob er es tut oder nicht ist ein anderes Thema.
habicht
09.07.2010 - 18:35
Hallo,
letztere Aussage ist richtig, dass der Präsident durch die Hauptversammlung gewählt wird, sich Ludwig Wucherpfennig aber nur bis zur HV als kommissarischer Präsident zur Verfügung stellt. Was danach ist, entscheiden die Sektionen bzw. deren Vertreter.
So viel zu den Spekulationen, ob Olympia der ausschlaggebende Punkt für den Rücktritt war: nein, dieses Thema ist bei der "Meinungsverschiedenheit" nicht mal erwähnt worden.
Ich denke, auch in der Presse wird oft vergessen, dass nicht ein Präsident oder ein Hauptgeschäftsführer entscheidet, ob man sich Pro oder Contra Olympia ausspricht. Der gesamte Verbandsrat beschließt das weitere Vorgehen, fasst Beschlüsse, die dann an die Mitgliederversammlung zur Entscheidung weitergegeben werden.
Der Verbandsrat hat das Vertrauen der Sektionen, denn schließlich wählen diese die Vertreter aus ihren Reihen.
Bitte versteht, dass ich aus der besagten Verbandsratssitzung keine Einzelheiten bekannt geben kann bzw. darf. Es war eine schwere Entscheidung, soviel kann ich dazu sagen. Mir liegt dieses Wochenende noch heute schwer im Magen, da ich privat mit unserem (Ex-)Präsidenten ein sehr gutes Verhältnis hatte. Fachlich hat man im Laufe des (Verbandsrats-)Lebens sicherlich nicht immer auf einer Wellenlänge gelegen...
Thomas
(Mitglied des Verbandsrates)
tobias
09.07.2010 - 23:41
Ich schließe mich der getätigten Aussage von user "lampi" an und sage auch, dass wenn man "nur" passives DAV Mitglied ist, es eigentlich völlig egal ist was die oberen großkopferten Gremien (Sessel...........) so über alle hinweg beschließen!
Ob der Präsident dann x oder y heißt ist maximal einen Eintrag in eine Vereinchronik wert !
Schließlich kann man ja auch aus dem Verein (mehr is es ja nicht) jederzeit austreten, wenn die Entscheidungen und Veränderungen von "oben" zukünftig (eher unwahrscheinlich) arg hirnrissig werden sollten.....!
Vielleicht hat ja der Reinhold Messner Zeit und Laune sich für ein weiteres repräsentatives Amt zur Verfügung zu stellen :=) ?!?!?!?
habicht
10.07.2010 - 08:59
Lieber Tobias,
wenn alle so denken würden, würde es keinen Alpenverein geben. Dann wären unsere Alpen schnell von Wirtschaftsverbänden übernommen und Du könntest auf gepflasterten Wegen zum Montblanc.
Ich habe mich für das Amt eines "Großkopferten" wählen lassen, damit man Veränderungen bewirken und auch Traditionen bewahren kann. Ich weiss nicht , ob Du Dir eine Vorstellung machen kannst, wer im Verbandsrat sitzt: bestimmt keine Verwaltungsbergsteiger, sondern erfahrene Bergsteiger wie Tamara Schlemmer, Richard Goedecke, Dieter Porsche usw., die wissen, was die Einzigartigkeit der Alpen ausmacht.
Ich selbst bin inzwischen 9 Jahre in diesem Gremium und ich habe keinen einzigen Tag bereut!
Und ich würde mich nicht als Sessel.... bezeichnen; das sind die, die Ihren A.... nicht hochbringen, wenn es um Entscheidungen geht!
Thomas
Im Münchner Merkur von heute steht ebenfalls ein längerer Artikel zum Rücktritt des DAV-Präsidenten.
Klicken um den Anhang anzusehenAußerdem gibt es zu diesem Thema auch noch eine Nachricht vom 05.07. auf
merkur-online.deIch kann Habicht nur zustimmen - ein Verein, der nur aus Mitgliedern besteht, die sich nach der Zahlung des Mitgliedsbeitrages nach dem Motto "nun bietet mir mal was für mein Geld" zurücklehnen, kann nicht funktionieren. Wo soll denn bitte dieses Angebot herkommen, wenn niemand mehr den Idealismus aufbrächte, sich selbst zu engagieren.
Zur Erinnerung: Es waren auch "nur" kleine Mitglieder, die sich seinerzeit für den Fortbestand dieser Community eingesetzt, und eine dieser angesprochenen Entscheidungen "von oben" mit Erfolg abgewendet haben. Hätte damals auch ein kollektives Desinteresse vorgeherrscht, und hätte es nicht einige gegeben, die statt zu Jammern die Initiative ergriffen hätten, dann gäbe es heute diese Seite nicht mehr!
Schweigende Mitglieder, oder gar jene, die sich erst NACH vereinspolitischen Entscheidungen meckernderweise hervortun, sind für das Abstecken der zukünftigen Zielrichtung eines Vereins unbrauchbar. Berücksichtigen kann man nur Meinungen, die auch geäußert werden!
Für alle Interessierten:
Die Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 07.07.2010 sind jetzt als PDF-Dateien oben in meinem
gestrigen Beitrag abrufbar.
Danke für das Feedback auf meine Ankündigung - bei dem gezeigten Interesse habe ich gleich alle drei Artikel durch Scanner & Texterkennung geschickt.
Gruß Muci
Web-AK
citrus
10.07.2010 - 15:45
Hallo,
die auch in den Zeitungen gerne verwendete Floskel vom "Alpen-ADAC" trifft auf den DAV generell nicht zu, da es im ADAC primär ums kostenlose Befreien aus schwierigen Situationen (Panne, Auslandsunfall, Krankheit etc.) geht; die Mitgliedschaft also in erster Linie Versicherungscharakter hat.
In den Sektionen des DAV geht es auch um Versicherung (ELVIA), aber doch auch darum, in den diversen Disziplinen des Bergsports Gleichgesinnte, Ausbildung oder günstige Angebote zu finden. Das geht dann vom Wanderer bis zum Extremalpinisten oder Sportkletterer und von der Familiengruppe bis zu den Senioren. Für jede Sektion ab einer gewissen Größe sind all diese Inhalte abzudecken. Es braucht also sowohl Wanderleiter für Heimatwanderungen wie auch eine Kletterhalle mit FÜL-Sportklettern usw.
Was dabei die meisten Vorstände (Sessel....) angeht, so können sie nicht eine Gruppierung bevorzugen, sondern stehen in der Pflicht, das Angebot der Sektion ständig zu überprüfen, ob alles genutzt wird und neue Spielarten Ausbildung oder Angebote erfordern. Es ist nicht anders als es die meisten in Beruf erleben: Stillstand ist der Beginn des Rückschrittes.
Vor 10 Jahren z. B. konnte niemand absehen, dass Bergwandern eine solche Renaissance erleben würde. Also sind jetzt wieder mehr Investitionen in die Hütten und Bergwanderleiter gefragt. Dabei darf man aber die alpinen Ausbildungskurse (Skibergsteigen, Bergsteigen, Klettersteige etc.) oder Angebote für Kletterer nicht zurückfahren, da diese auf gleichem Niveau bleiben. Familien-, Jugend- und Seniorengruppen sind ebenfalls gefragt und so geht es weiter....
Ach ja, Mountainbikegruppe und Naturschutz, Felsbetreuung im Frankenjura und Kanufahrer, Skiabteilung und mehrere Bergsteigergruppen gibt es ja auch noch.
Ich möchte jeder/jedem raten, sein Sektionsheft einmal genau zu studieren, dann sieht man, auf wievielen Hochzeiten der DAV tanzen muss, um seiner Aufgabe als Vertreter aller Alpinaktiven gerecht zu werden. Und dabei sind mindestens 80% der Mitglieder nur "halbaktive" Mitglieder, die ohne konkrete Leistungen der Sektionen auskommen.
Es macht auch keinen Sinn, Spielarten des alpinen Tuns als besser oder schlechter zu betrachten; jeder hat das Recht, in seiner Spielform glücklich zu werden. Auswüchse (siehe diverse Beiträge mit schlechten Erlebnissen hier im Forum) müssen natürlich eingedämmt werden und über Für und Wider Olympia 2018 darf gerne diskutiert werden. Davon lebt ja unser Verein.
Was den Rücktritt des Präsidenten angeht: Der DAV wird auch das überstehen und ein neuer Präsident wird gefunden werden. Die Richtung des DAV geben nach wie vor die Hauptversammlung der Sektionenvertreter und der Verbandsrat, in dem ebenfalls Vertreter der Sektionen sitzen, vor. Daher ist die Gefahr eines radikalen Kurswechsels sicher kaum gegeben. Ansonsten ist es so, wie man es überall erlebt: Nicht jede Entscheidung der Oberen finde ich positiv, aber ich finde das Positive in meinem alpinen Tun. Falls der DAV irgendwann eine Richtung einschlägt, die mir überhaupt nicht mehr passt, kann ich immer noch austreten. Aber zur Zeit gestalte ich lieber mit.....
Was ich aber keinesfalls möchte, wäre eine Aufsplitterung in viele Vereine, von denen jeder nur eine bestimmte Spielform des Alpinismus vertritt. Da wären Konflikte vorprogrammiert und das politische Gewicht in Sachen Umwelt wäre marginal. Da ist mir ein 850.000 Mitglieder großer DAV allemal lieber, auch wenn es mal knirscht und brodelt.
*good days*
cit
ps: R.M. wäre aus meiner Sicht keine gute Wahl, da er viel zu gerne polarisiert, als sich demokratisch einbinden zu lassen. Lasst ihn als "alpinen Poltergeist" lieber so bleiben, als in einer großen Organisation mit seiner Stimmer unterzugehen.
ZITAT(citrus @ 10.07.2010 - 16:45)

ps: R.M. wäre aus meiner Sicht keine gute Wahl, da er viel zu gerne polarisiert, als sich demokratisch einbinden zu lassen. Lasst ihn als "alpinen Poltergeist" lieber so bleiben, als in einer großen Organisation mit seiner Stimmer unterzugehen.
Der ist laut seiner Autobiografie schon in den 80ern aus allen Vereinen raus.
citrus
12.07.2010 - 15:22
Hallo,
hier Interviews mit Prof. Röhle und dem Hauptgeschäftsführer des DAV Thomas Urban auf BY5 von gestern. Wen's interessiert:
http://download.br-online.de/imperia/md/au...rgsteiger_a.mp3*good days*
cit
NOlympia2018
13.07.2010 - 08:35
Der folgende Artikel fehlt in diesem Thread bislang noch, oder?
alpin.de:
Röhle: "Das war sehr überlegt"
erftwalk
13.07.2010 - 09:16
Für mich als alpenferner Gelegenheitsnutzer der vom DAV und seinen Sektionen erstellten Infrastruktur steht der DAV am Scheideweg. Er kann einfach nicht alle sich selbst gesteckten Ziele gleichermaßen befolgen. Wenn er diesen Spagat weiterhin versucht, verrenkt er sich die Beine.
Der DAV muss langsam, nicht zu langsam, Farbe bekennen, was seine Prioritäten sind. Und es ist auch egal, nach welcher Richtung er sich stärker orientiert, es wird Mitglieder kosten.
Ich für mein Teil würde es lieber sehen, wenn sich der DAV wieder stärker auf seine Kernkompetenz als Verein der Bergwanderer, Bergsteiger, Kletterer u. ä. konzentriert. Eine Unterstützung der Olympiabewerbung gehört nach m. M. nicht dazu. Erst recht nicht unter diesen Vorgaben. Der bayrische Voralpen- und Alpenraum bietet fast alles, was für eine Olympiade notwendig ist. Es muss nicht noch die letzte Kuhwiese zubetoniert werden. Alles noch größer und gigantischer zu machen, sollte keinesfalls vom DAV unterstützt werden.
Ich denke, viele der alpenfernen Bergwanderer denken so oder ähnlich.
Klaus
Laurin
13.07.2010 - 12:53
ZITAT(erftwalk @ 13.07.2010 - 09:16)

Für mich als alpenferner Gelegenheitsnutzer der vom DAV und seinen Sektionen erstellten Infrastruktur steht der DAV am Scheideweg. Er kann einfach nicht alle sich selbst gesteckten Ziele gleichermaßen befolgen. Wenn er diesen Spagat weiterhin versucht, verrenkt er sich die Beine.
Genau das denke ich auch. Ich habe mich früher schon einmal recht kritisch zum Einfluss von großen Tourismusverbänden in den Artikeln des PANORAMA geäußert. Vom früheren Chefredakteur kam einmal die Antwort, wie groß der wirtschaftliche Druck sei, der auf die Redaktion ausgeübt werde, denn die Produktionskosten seien sonst kaum finanzierbar.
Natürlich kommt dieser Druck von der Geschäftsführung. Hütten mitsamt extrem teurer Entsorgungstechnologie, steinschlaggefährdete Wege und teure neue Kletteranlagen verbrauchen Geld.
Woher also nehmen? Partnerschaft mit Toyota, ein eigenes Bergreisebüro für (nicht gerade umweltfreundliche) Fernreisen müssen Geld in die Kasse spülen. Sonst geht gar nix - ??
Ich denke, der DAV sollte sich auch bei der Olympia-Bewerbung engagieren - FÜR SEINE ZIELE - zur Klarstellung: Ich mein damit UMWELTZIELE, nicht weitere touristische Berg-Erschließung.
Ich vermisse die laute Stimme des DAV beim Bau von Event-Pattformen in den Alpen wie an der Alpspitz, dem "Fernrohr" im Karwendel und vielen anderen Plätzen. Warum kommt da nichts (oder zumindest nur ein leises Stimmchen?) oder verdient der DAV da mit?
Oder liegt es vielleicht an seinen Mitgliedern - die vielleicht gern in komfortablen Hütten übernachten, aber auch gern wieder einmal ein neues schneesicheres Skigebiet hätten und einen bequemen Weg dorthin, damit man sich keine kalten Füße holt?
Ja, dann ist es wirklich so, dass eine Mehrheit gegen den Umwelt-orientierten Präsidenten steht - dann hat er wahrscheinlich keine Chance, sich weiterhin für seine Ziele einzusetzen.
JA, der DAV steht am Scheideweg!
Mit dem ADAC ist ein Stopp beim Bau neuer Verkehrswege nicht zu machen. Dafür fühlen sich seine Mitglieder sehr gut bei ihm aufgehoben. Interessant wäre die Schnittmenge von DAV und ADAC-Mitgliedern. Kann ich die Ziele beider Vereine gleichzeitig vertreten?
Ich hab die Befürchtung, dass die stärkere Klientel im Verein sich ihren Präsidenten wählt.
Ich gehöre seit 40 Jahren einer kleinen "gemütlichen" ländlichen AV-Sektion an. Treue ist das, was mich noch in diesem Verein hält. Sonst wäre ich auch schon längst beim AVS.
Ich hoffe, dass sich der Alpenverein auch darauf besinnt, dass er sich auch in 50 Jahren noch für die Erhaltung von Natur FÜR DEN MENSCHEN einsetzen will, und nicht nur für die Befriedigung seiner Geldgeber in den nächsten zehn.
Grüße von Laurin
martin.heynert
13.07.2010 - 19:37
Die Berge sind groß genug für alle. Sie sind Naturerbe für alle, nicht für bestimmte Interessengruppen oder Sportarten. Keiner soll sich und seine Vorlieben über seine Mitmenschen stellen. Wer einen Gipfel ohne Aufstiegsmühen (mit Seilbahn) und die Gefühle eines Tiefblicks ohne zu klettern (mit "Skywalk") erleben möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen - wer gerne alleine für sich in unberührter Natur sein möchte, der auch.
Toleranz leben ist mir wichtig. Die anderen in ihrer Persönlichkeit, ihrer Selbstbestimmtheit und ihrer Meinung zu respektieren.
Dazu zählt aber auch, nicht in Forumsbeiträgen von Andersdenkenden herumzufummeln (ist übrigens auch rechtlich verboten).
ZITAT(martin.heynert @ 13.07.2010 - 20:37)

Sie sind Naturerbe für alle
Wer einen Gipfel ohne Aufstiegsmühen (mit Seilbahn) und die Gefühle eines Tiefblicks ohne zu klettern (mit "Skywalk") erleben möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen
wer urteilt darüber, was Naturerbe bleiben soll und was nicht?
bzw. sollen die Gipfel, die noch nicht für jeden erreichbar sind auch allen erschlossen werden, die Gelegenheit dazu stellst du ja als erstrebenswert hin
martin.heynert
13.07.2010 - 22:11
ZITAT(kebne @ 13.07.2010 - 21:32)

ZITAT(martin.heynert @ 13.07.2010 - 20:37)

Sie sind Naturerbe für alle
Wer einen Gipfel ohne Aufstiegsmühen (mit Seilbahn) und die Gefühle eines Tiefblicks ohne zu klettern (mit "Skywalk") erleben möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen
wer urteilt darüber, was Naturerbe bleiben soll und was nicht?
Keiner. Die Berge als Gesamtheit sind Naturerbe für alle. Erbe heißt nicht zwangsläufig bewahren des Ursprungszustands.
ZITAT(kebne @ 13.07.2010 - 21:32)

bzw. sollen die Gipfel, die noch nicht für jeden erreichbar sind auch allen erschlossen werden
Nein, nicht jeder Gipfel soll alles für alle bieten, der eine so, der andere so.
Hallo Laurin,
ZITAT(Laurin @ 13.07.2010 - 13:53)

...teure neue Kletteranlagen verbrauchen Geld.
da täusche Dich mal nicht. Manche -auch große- Sektionen wären längst pleite, gäbe es die viel Kohle abwerfenden Kletteranlagen nicht.
Ansonsten: Allervollste Zustimmung!!
erftwalk
14.07.2010 - 08:11
ZITAT(martin.heynert @ 13.07.2010 - 20:37)

Toleranz leben ist mir wichtig. Die anderen in ihrer Persönlichkeit, ihrer Selbstbestimmtheit und ihrer Meinung zu respektieren.
Mir ist auch Toleranz sehr wichtig, solange es nicht an meinen Geldbeutel geht. Ich respektiere andere Meinungen, sage aber dezidiert, was nicht mit meinem Beitrag unterstützt werden soll. Natürlich bin ich auch Demokrat, beuge mich dem Mehrheitsbeschluss so lange es mein Gewissen zulässt. Wenn es zu dick käme, wäre für mich klar, was dann kommt, Prof. Röhle hat es vorgemacht.
citrus
14.07.2010 - 18:23
Hi lampi,
Deine Aussage, dass manche große Sektion ohne Kletterhalle längst pleite wäre, halte ich für gewagt. Bin seit 13 Jahren "im Geschäft", kenne viele Vorstände großer Sektionen und man hat schon mal von Schieflagen, aber nie von Pleitegefahr gehört. Da würden mich Beispiele schon interessieren....
*good days*
cit
Ferdele
16.07.2010 - 14:43
Hallo,
ich habe den Rücktritt unseres Präsidenten erst seit ein paar Tagen verfolgt und war natürlich auch gespannt, was ich hier im Forum dazu lesen kann. Vor ein paar Jahren habe ich Heinz Röhle kennen gelernt bei einer kleinen Naturschutzveranstaltung an der Basis, nämlich einer sächsischen Sektion. Er war mir sympathisch und zeigte keineswegs Dominanz. Das war meine Erfahrung und sie kann natürlich kein Beweis dafür sein, dass ihm bei der Verbandsratssitzung von einigen Beteiligten ein hierarchischer Führungsstil unberechtigt vorgeworfen wird.
Ich habe aber ein grundsätzliches Problem damit, dass Auseinandersetzungen zu Sachfragen und ein demokratisches Verfahren der Entscheidungsfindung wie schwarz und weiß zu trennen sind. Stellt Euch vor, Ihr wäret demokratisch in eine Funktion eines Vorstandes gewählt worden und dort würden ebenso demokratisch Beschlüsse abgestimmt. Wenn es nun häufig, zu häufig oder immer zu Beschlüssen kommt, die Eure mit der Wahl eigentlich vorausgesetzte Sachkompetenz übergehen, werdet Ihr bald alles daran setzen, die anderen von Eurer Meinung zu überzeugen. Gelingt es nicht, so muss man sich (auch zum Selbstschutz) sagen, man sei hier am falschen Ort oder in der falschen Funktion. Ein Rücktritt ist die Konsequenz. Den von Heinz Röhle bedaure ich sehr, insbesondere in puncto Naturschutz. Auf der anderen Seite bin ich aber zuversichtlich, dass der DAV diese Aufgabe weiter intensiv verfolgen wird. Meinungen, dass man davon abkommen muss und mehr Service betreiben sollte, oder der Spagat sei unmöglich, kann ich nicht ernst nehmen. Schaut in die Geschichte: Der DAV ist 141 Jahre alt und der Naturschutz war schon immer ein Grundsatz. Selbst das Wort Naturschutz steht schon im Titel eines Beitrags der Mitteilungen vor der vorletzten Jahrhundertwende. Eine Arroganz gegenüber der Geschichte ist auch hier nicht angebracht.
Der eigentliche Antrieb, mich hier zu äußern, war Martins Beitrag (13.7.2010: Die Berge sind groß genug für alle. Sie sind Naturerbe für alle ...). Die Alpen sind eben nicht groß genug für alle. Wenn nur jeder zehnte Europäer auf einem Alpengipfel stehen wöllte - es reicht nicht. Schlimmer: 350 Individuen pro Quadratkilometer. Zitat: „wer gerne alleine für sich in unberührter Natur sein möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen”. Unberührt und einsam? Und wenn sie nun auch noch tun könnten, was ihnen einfiele, was wäre dann los? Wir brauchen nicht diskutieren, dass so viele gar nicht kämen, schon gar nicht gleichzeitig, dass viele die Gipfel nicht schaffen würden und viele es auch nicht versuchten. Jedenfalls sind es sehr viele und leider bleiben mit der Erschließung auch Dauerfolgen. Es ist nun mal so, dass der Mensch die Natur sehr beeinrächtigt und sich in seiner Egozentrik nicht als Teil der Natur versteht. Könnte er das - und das bleibt anzustreben - wäre Naturschutz kein Problem.
Der Begriff Toleranz, den Martin verwendet, ist eine Form der Akzeptanz der Meinungen und Aktionen anderer Menschen, also ein innerartlich sozialer Begriff. Wenn ich alles toleriere, klingt das sehr positiv. Es kann dabei aber nur um die Reaktionen zwischen Menschen gehen, hier also innerhalb des Vereins. Die Akzeptanz von Handlungen von Menschen gegenüber der Natur steht uns aber eigentlich gar nicht zu. So müssen wir uns immer darum bemühen, unsere Einwirkungen auf die Natur zu minimieren. Ich sage das als Biologe und der neigt dazu, den Menschen als eine von Millionen Tierarten zu sehen und fragt sich, ob ihm die angebliche und sogenannte Vernunft das Recht gibt, sich über den Rest der Natur zu stellen.
Ich finde den Begriff Naturerbe sehr gut, man darf ihn aber auch nicht missverstehen. Das Erbe soll nicht verprasst werden, sondern es soll so - wie erhalten - auch an die nächste Generation weitergegeben werden. Wir haben also dieses Erbe nicht bekommen, dass jeder aus seinem Erbanteil macht, was ihm gefällt und dies auch noch von anderen toleriert, sondern wir können nur solche Aktionen tolerieren, die keine Schäden an der Natur erzeugen. Und das geht dummerweise nicht mit der absoluten Freiheit.
Ferdele
NOlympia2018
16.07.2010 - 15:14
BR, Bergauf-Bergab, Donnerstag, 15. Juli 2010 von 21.15 bis 21.45 Uhr:
ZITAT
Gipfelverzicht: Rücktritt beim Deutschen Alpenverein
Außerdem befasst sich die Bergsteigersendung mit den jüngsten Turbulenzen beim Deutschen Alpenverein: der überraschende Rücktritt des Präsidenten hinterlässt zahlreiche Fragen.
Wiederholungen:
16.7.2010 / 3.30 – 4.00 Uhr / Bayerisches Fernsehen
22.7.2010 / 23.00 – 23.30 Uhr / BR alpha
Beitrag 7 Tage lang verfügbar in der
BR-Mediathek...
Vmagnat
18.07.2010 - 09:52
ZITAT(erftwalk @ 13.07.2010 - 09:16)

Für mich als alpenferner Gelegenheitsnutzer der vom DAV und seinen Sektionen erstellten Infrastruktur steht der DAV am Scheideweg. Er kann einfach nicht alle sich selbst gesteckten Ziele gleichermaßen befolgen. Wenn er diesen Spagat weiterhin versucht, verrenkt er sich die Beine.
Der DAV muss langsam, nicht zu langsam, Farbe bekennen, was seine Prioritäten sind. Und es ist auch egal, nach welcher Richtung er sich stärker orientiert, es wird Mitglieder kosten.
Ich für mein Teil würde es lieber sehen, wenn sich der DAV wieder stärker auf seine Kernkompetenz als Verein der Bergwanderer, Bergsteiger, Kletterer u. ä. konzentriert. Eine Unterstützung der Olympiabewerbung gehört nach m. M. nicht dazu. Erst recht nicht unter diesen Vorgaben. Der bayrische Voralpen- und Alpenraum bietet fast alles, was für eine Olympiade notwendig ist. Es muss nicht noch die letzte Kuhwiese zubetoniert werden. Alles noch größer und gigantischer zu machen, sollte keinesfalls vom DAV unterstützt werden.
Ich denke, viele der alpenfernen Bergwanderer denken so oder ähnlich.
Klaus
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen...!
DanielF
09.09.2010 - 22:26
Nachdem allmählich die Hintergründe für den Rücktritt von "Mimo" Röhle vom Amt des DAV-Präsidenten öffentlich werden, will ich diese Diskussion gern mal wieder etwas aufwärmen.
Ich war im Sommer erstmal geschockt und einigermaßen verwundert, kenne ich ihn doch aus der AG Natur- und Umweltschutz im SBB als sehr integren und besonnenen Menschen. Schon seine Äußerungen zum Rücktritt zeigten aber, dass die Differenzen in den obersten Gremien des Alpenvereins sehr tief gehen mussten.
Die aktuellen Informationen, die der Vertreter des SBB im Verbandsrat Ludwig Trojok jetzt im Mitteilungsblatt gegeben hat, schlagen dem Fass den Boden aus! Wie kann sich die hauptamtliche Geschäftsführung, die wir ja alle mit unseren Beiträgen bezahlen, erlauben, dem gewählten Präsidium seine Meinung zu solch strittigen Fragen, wie beispielsweise dem "Alpspix" vorzuschreiben und auf berechtigte Kritik mit dem Herausmobben des ehrenamtlichen Präsidenten reagieren!?
Hier sollten wir als Mitglieder sehr kritisch hinschauen und über die Sektionsvertreter im Hauptverband mal Klartext reden lassen.
Meiner Meinung nach gehört so eine Geschäftsführung gekündigt! Schließlich sind wir und damit auch unsere gewählten ehrenamtlichen Vertreter, und das ist das Präsidium, die Vorgesetzen dieser Leute und nicht umgekehrt!
PS.: Für die Interessierten hier noch der Link zum SBB-Mitteilungsblatt:
http://www.bergsteigerbund.de/mitteilungsblatt.html
MolaMola
10.09.2010 - 07:00
ZITAT(martin.heynert @ 13.07.2010 - 20:37)

Die Berge sind groß genug für alle. Sie sind Naturerbe für alle, ... Wer einen Gipfel ohne Aufstiegsmühen (mit Seilbahn) und die Gefühle eines Tiefblicks ohne zu klettern (mit "Skywalk") erleben möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen - wer gerne alleine für sich in unberührter Natur sein möchte, der auch.
Diese Aussagen widersprechen einander eklatant, und auf dem Zusammenrühren dieser Alleinstellungsmerkmale eigentlich diametraler Auffassungen entsteht jener opportunistischer Brei, in dem der DAV seit vielen Jahren erfolglos herumrührt.
Ich hoffe doch sehr, dass du nicht mit dem Gedanken liebäugelst, dich für das freigewordene Amt zur Verfügung zu stellen, denn du scheinst hinsichtlich der Werte unserer Bergwelt rein gar nichts verstanden zu haben.
martin.heynert
10.09.2010 - 12:02
ZITAT(DanielF @ 09.09.2010 - 22:26)

Die aktuellen Informationen, die der Vertreter des SBB im Verbandsrat Ludwig Trojok jetzt im Mitteilungsblatt gegeben hat, schlagen dem Fass den Boden aus! Wie kann sich die hauptamtliche Geschäftsführung, die wir ja alle mit unseren Beiträgen bezahlen, erlauben, dem gewählten Präsidium seine Meinung zu solch strittigen Fragen, wie beispielsweise dem "Alpspix" vorzuschreiben und auf berechtigte Kritik mit dem Herausmobben des ehrenamtlichen Präsidenten reagieren!?
Lieber Daniel,
der von Dir verlinkte Beitrag gibt Deine Interpretation der Dinge nicht
zwingend her. Die Sache ist zu vielschichtig, um sie derart auf nur einer Ebene abzutun. Ein Verband dieser Größe braucht eine hauptberufliche Geschäftsführung, auch wenn die vereinspolitische Ausrichtung im Ehrenamt definiert wird.
Bei gutem Willen bietet der Alpenverein für jede Richtung genug Freirau. Wichtig ist dabei die Absicht, miteinander auszukommen und die Erkenntnis, daß uns bei aller unterschiedlichen Gewichtung der Individualinteressen doch die Liebe zu den Bergen eint.
DanielF
10.09.2010 - 14:11
ZITAT(martin.heynert @ 10.09.2010 - 12:02)

Ein Verband dieser Größe braucht eine hauptberufliche Geschäftsführung, auch wenn die vereinspolitische Ausrichtung im Ehrenamt definiert wird.
Die Notwendigkeit einer hauptamtlichen Geschäftsführung habe ich nicht bestritten und will ich auch nicht bestreiten. Nur hat diese sich in den Inhalten und der Präsentation nach außen ganz klar der gewählten ehrenamtlichen Vereinsführung unterzuordnen!
ZITAT(martin.heynert @ 10.09.2010 - 12:02)

Bei gutem Willen bietet der Alpenverein für jede Richtung genug Freiraum. Wichtig ist dabei die Absicht, miteinander auszukommen und die Erkenntnis, daß uns bei aller unterschiedlichen Gewichtung der Individualinteressen doch die Liebe zu den Bergen eint.
Eine windelweiche und doch so typische Formulierung. Gerade was kommerzielle Interessen speziell im eben nicht beliebig ersetzbaren Naturraum "Gebirge" angeht, so muss es Grenzen geben. Und die kann und muss ein großer Verein, der ja auch eine entsprechende Macht darstellt, auch durchzusetzen versuchen. Dass es Mehrheiten innerhalb des Vereins dafür gibt, dafür ist doch die Wahl von Prof. Röhle zum DAV-Präsidenten ein deutliches Zeichen. Umso schäbiger ist es, wenn die
nicht gewählten Hauptamtlichen mit ihrem Verhalten solches torpedieren!
martin.heynert
10.09.2010 - 14:32
ZITAT(DanielF @ 10.09.2010 - 14:11)

Dass es Mehrheiten innerhalb des Vereins dafür gibt, dafür ist doch die Wahl von Prof. Röhle zum DAV-Präsidenten ein deutliches Zeichen.
Hier wäre es nützlich, sich erst einmal über die Struktur "des" DAV kundig zu machen, den es "so" einheitlich nicht gibt: Sektionen, Landesverbände, Bundesverband, Geschäftsstelle, Delegierte usw. Die Wahl eines DAV-Präsidenten ist jedenfalls keine basisdemokratische Richtungsäußerung der Mehrheit der Mitglieder.
DanielF
10.09.2010 - 15:54
ZITAT(martin.heynert @ 10.09.2010 - 14:32)

Die Wahl eines DAV-Präsidenten ist jedenfalls keine basisdemokratische Richtungsäußerung der Mehrheit der Mitglieder.
Nun, das Präsidium wird doch wohl von der DAV-Hauptversammlung gewählt, die sich ihrerseits aus den Delegierten der Sektionen zusammensetzt.
Damit ist es zwar keine basisdemokratische Entscheidung, aber das Präsidium hat eine deutlich breitere demokratische Legitimation als die Bundesgeschäftsführung, die sich schon durch die Tatsache, dass sie aus Vereinsbeiträgen bezahlt wird, zurückzuhalten hat!
Leontopodium nivale
11.09.2010 - 15:56
Hallo? Hat schon mal jemand eine Mitgliederbefragung zum Thema "Richtung(en) des DAV" durchgeführt? Möglicherweise habe ich sie nur verpasst, dann wäre es interessant die Ergebnisse hier noch einmal zu sehen (oder einen Link dazu). Ansonsten geht es mir hier gerade wie in jeder Talkshow: Eliten im Selbstgespräch! Gähn.
Als Fußvolk (FÜ) habe ich den Eindruck, dass jedes Mitglied da zu finden ist, wo es ihn hinzieht. Auf geführten Touren also naturgemäß diejenigen, die den DAV vor allem als Reiseveranstalter und Infrastrukturdienstleister verstehen und entsprechende Ansprüche stellen. Wenn man in diesem Forum in die verschiedenen Unterforen hineinschaut, finden sich jeweils wieder andere Ansprüche an den/ Bilder des DAV, z.B. auch als Kontaktbörse oder (so hätten es manche scheinbar gerne) Marketingplattform. Die Einsamkeitssucher kann man per Definition nur schwierig irgend wo antreffen und befragen. Stammtisch- und Vereinsabend-Freunde findet man eben genau da. Usw.
Spezielle Interessen kommen selbst bei einem einzigen Individuum nur selten in Reinkultur vor. Beispiel Altersentwicklung: Als kleines Kind und alter Mensch fährt man gerne Bergbahn, weil man sonst gar nicht hinauf kommt. Vor oder ohne Familiengründung geht man im Sommer vielleicht Klettern und auf Hochtouren, im Winter auf Skitouren und schläft möglicherweise in Biwakschachteln und Selbstversorgerhütten. Als Familienmensch und mit eventuell inzwischen gewachsener Wampe braucht man Vollversorgung auf Hütten und Skigebiete. Kurzfristig schwanken die Ansprüche des einzelnen mit dem Wetter und der Tageszeit: Bei Sonne will er draussen sein und dann stört ihn die Infrastruktur im Landschaftsgenuss, und wenn es regnet oder schneit oder dunkelt ist ihm langweilig und er braucht die Infrastruktur. Beispiel Jahreszeiten: Im Winter brauchen viele Skifahrer/ Wanderer (und vor allem: Anwohner) gewalzte Pisten und gegen Lawinen gesicherte Hänge. Im Sommer stören die Kurzgras-Schotterflächen und Stahlgerippe den ungetrübten Naturgenuß. Beispiel Urlaubsdauer: Für den, der nur Sonntag halbtags Zeit hat, oder einen längeren Anfahrtsweg, bieten Hochstraßen und Lifte überhaupt erst die Möglichkeit zum Bergsteigen am Wochenende. Für andere mit leichterem Zugang oder längerem Urlaub ist die gleiche Infrastruktur ein optisches/ mentales Ärgernis.
Zu jedem Zeitpunkt und aus jeder Perspektive soll die Natur völlig unberührt wirken (wirklich unberührt ist sie in den Alpen nirgend wo mehr) und die bösen anderen Touristen mit ihren eigenen Ansprüchen, die stören nur.
Wer also nur aus seinem eigenen momentanen Blickwinkel absolute Forderungen stellt, sollte einmal bedenken, dass schon er selbst unter etwas anderen Umständen wieder ganz andere Prioritäten setzen wird. Soll der DAV (oder der örtliche Tourismusverein) jetzt jedes mal Wälder abholzen und wieder aufforsten, Hütten und Wege und Straßen und Lifte und Stromleitungen bauen und wieder abreißen? Soll der DAV nur für hippe 20er bis 30er da sein? Nur für Einzelkämpfer? Nur für Ältere oder Unsportliche, die auch gerne mal einen gachen Tiefblick haben? Oder gerade für die nicht (muß ich also mit 45 aus dem DAV austreten)? Weil Einzelne es im Moment gerade mal gerne so hätten und andere bloß nervig finden? So ähnlich klingen manche Diskussionsbeiträge jedenfalls in meinen Ohren.
Natur ist begrenzt und nicht verlustfrei rückbaubar. Das vereinseitigt die Angelegenheit und spricht für Zurückhaltung bei Infrastrukturprojekten.
Deshalb stelle ich es mir sehr schwierig vor, 1) ein repräsentatives Meinungsbild überhaupt zu gewinnen und 2) daraus ein auch nur durchführbares, geschweige denn nachhaltiges Zukunftskonzept zu entwickeln und gegenüber den vielen anderen Interessensgruppen zu vertreten (die Alpen sind nicht nur Spielwiese der DAV-Mitglieder. Ei, wer hätte das gedacht? ;-) ) Die vielen Gremien (auch AGUSSO usw.) haben doch sicher schon viel Material dazu. Vielleicht kann das mal jemand hier verlinken und sachlich orientierte Beiträge liefern?
LN
citrus
11.09.2010 - 20:59
Hallo LN,
viel Wahres in deinem Beitrag, die Interessen der Mitglieder sind sehr vielfältig und ändern sich im Laufe der Jahre.
Zum Thema Mitgliederbefragung und Wahl des Präsidiums/der anderen Gremien durch die Mitglieder nur soviel:
In unserer Sektion (über 8000 Mitglieder) kommen zur Mitgliederversammlung jedes Jahr ca. 40 Mitglieder; auch wenn Vorstandswahlen anstehen. Das bedeutet, dass sich nicht einmal 0,5 % der Mitglieder für die Belange der Sektion interessieren. Von den 40 sind ca. 35 Ehrenamtler aus den Gruppen und Abteilungen; so bleiben also ca. 5 "Nurmitglieder", die sich sehen lassen. Der Vorstand geht davon aus, dass die anderen schlicht uninteressiert sind. Auch in anderen Sektionen ist nach meiner Kenntnis das Interesse eher mäßig.
Wenn also nur Mitglieder im Promillebereich Interesse an ihrem Verein haben und die anderen ihre Mitgliedschaft so überwiegend rein nutzenorientiert ansehen; dann kann weder eine Sektion, noch der Dachverband irgendwelche Mittel in Informationen zu Wahlen für Sektionsvorstände, Gremien oder Präsidium investieren. Man muss davon ausgehen, dass es fast keinen interessiert und das Geld lieber sinnvoll verwenden.
Ich bin seit 14 Jahren auf den Hauptversammlungen des DAV dabei und kann guten Gewissens behaupten, dass sogar ein Teil der Sektionsvorstände an den übergeordneten Vereinsthemen wenig interessiert ist und die Einladungsschrift mit der Tagesordnung nicht wirklich gründlich liest. Hier liegen die Interessen im Wohl der eigenen Sektion und die anderen Themen laufen nebenbei. Ca. 100 Sektionen sind überhaupt nicht auf den Hauptversammlungen vertreten und verschenken damit bewusst ihre legitimen demokratischen Rechte im Verein.
Soviel zur demokratischen Wirklichkeit im DAV und bei seinen Mitgliedern.
Übrigens sollte man seine Meinung in Sachen Rücktritt des Präsidenten niemals nur von Presseberichten oder Fernsehberichten abhängig machen. Sie müssen nicht die wahren Ursachen ans Licht bringen und auch die Eindrücke von Gremienmitgliedern sind sicher von ihrer persönlichen Einstellung zur Person des H. Röhle geprägt. Ich denke, es wird noch einige Zeit brauchen, bis die Ereignisse neutral und objektiv dargestellt werden können. Zur Zeit scheint das schwierig bis unmöglich zu sein, die Unruhe ist derzeit einfach noch recht groß.
*good days*
cit
Leontopodium nivale
12.09.2010 - 20:07
Hallo Citrus,
danke für die Erklärungen. Als engagierter Profi ist man über so wenig Beteiligung natürlich frustriert. Geht mir (in anderen Dingen) und zahllosen Bürgerinitiativen, Kommunen usw usw genauso.
Trotzdem ist mir unklar, wieso Sachfragen ausschließlich auf Versammlungen abgestimmt werden müssen. Warum dem DAV-Mitteilungs-Blatt nicht, thematisch passend zu Pro- und Contra-Darstellungen, einen Abstimmungsbogen zum faxen, mailen oder brieflich zusenden beilegen? Warum nicht hier im Forum online-Abstimmungen?
Mir ist klar, dass Missbrauch ziemlich schwer zu verhindern und zu erkennen ist. Suche nach und Prävention gegen Missbrauch bedeutet erheblichen Aufwand, das mag man zunächst mal nicht.
Mir ist auch klar, dass trotzdem nur ein kleiner, nicht unbedingt repräsentativer Bruchteil der Mitglieder bei Abstimmungen mitmachen wird.
Aber könnte es nicht trotzdem eine Bereicherung sein gegenüber Debatten in kleinen Zirkeln, die zu Rücktritten führen (können), und keiner weiss, was die Mehrheit möglicherweise will?
Wenn schon Nachhaltigkeit im Programm des DAV steht (tut es das?), dann müsste man doch sachlich recht leicht auseinanderhalten können, welche und welchen Grad an Veränderungen der DAV in den Alpen anstrebt. Abgesehen von den +/- widersprüchlichen übrigen Wunschvorstellungen der Bergsteiger. Zumindest müssten sachlich begründete Stellungnahmen und Programmalternativen vorgetragen und zur Abstimmung gestellt werden können. Im Vereinsheft. - OK, das bedeutet dann wieder viel viel ehrenamtliche Arbeit.
VG, LN
ZITAT(Leontopodium nivale @ 12.09.2010 - 21:07)

Warum nicht hier im Forum online-Abstimmungen?
Dem steht grundsätzlich mal nichts entgegen, die Forensoftware beinhaltet auch eine Umfrage-Funktion.
Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass sich hier in der Community auch Nichtmitglieder sowie Mitglieder anderer Alpenvereine registrieren und beteiligen dürfen, die bei vereinsinternen Entscheidungen jedoch kein Mitspracherecht haben.
Und dann gilt es bei solchen Überlegungen auch die Mitgliederzahlen zu berücksichtigen - der DAV hat derzeit rund 850.000 Mitglieder, die Community inklusive der Nicht-Vereinsmitglieder mit rund 8.700 Registrierungen gerade einmal etwas mehr als 1% davon.
Für grundlegende Fragen der Vereinspolitik dürfte somit der Weg über Abstimmungsbögen in der Mitgliederzeitschrift die zielführende Variante darstellen.
Gruß Muci
Web-AK
Hallo Citrus,
ZITAT(citrus @ 11.09.2010 - 21:59)

In unserer Sektion (über 8000 Mitglieder) kommen zur Mitgliederversammlung jedes Jahr ca. 40 Mitglieder; auch wenn Vorstandswahlen anstehen. Das bedeutet, dass sich nicht einmal 0,5 % der Mitglieder für die Belange der Sektion interessieren. Von den 40 sind ca. 35 Ehrenamtler aus den Gruppen und Abteilungen; so bleiben also ca. 5 "Nurmitglieder", die sich sehen lassen. Der Vorstand geht davon aus, dass die anderen schlicht uninteressiert sind.
Du kennst aus eigener Anschauung auch andere Sektionen. Mitglieder sehr großer Sektionen (> 5000 Mitglieder) betrachten den Alpenverein als "ADAC" und Reisebüro - das liegt in der Natur der Sache. Anders könnten kleine Sektionen auch nicht neben großen überleben. Denn dort findet man eher die "Engagierten", die eben nicht nur ein ganz kleines (beliebig austauschbares) Rad im ganz großen Getriebe sein wollen.
Noch eine technische Frage: In wie weit zählt die Mitgliederzahl einer Sektion bei den Abstimmungen auf der HV?
HawkeyePBF
13.09.2010 - 11:46
ZITAT(Lampi @ 13.09.2010 - 10:07)

Noch eine technische Frage: In wie weit zählt die Mitgliederzahl einer Sektion bei den Abstimmungen auf der HV?
Das ist in § 24 der
DAV-Satzung geregelt und dort steht (Auszug zur Frage)
Bis 200 Mitglieder je angefangene 50 Mitglieder 1 Stimme
von 201 bis 1500 für je weitere 100 angefangene Mitglieder eine Stimme mehr
mehr als 1500 Mitglieder je angefangene 200 Mitglieder eine Stimme mehr.
Das Stimmrecht richtet sich nach der Anzahl der im Vorjahr abgerechneten gültigen Mitgliederausweise für volljährige Mitglieder.
andi-x
13.09.2010 - 19:06
Wenn es Sektioen gibt, deren Kursangebot dicker als der Katalog des Summit Clubs ist und die Tourenführer von ihrer Führertätigkeit gut leben können, oder wenn Sektionen "Berghotels" in Premiumlagen betreiben, und das innerhalb der Gemeinnützigkeit, stellt sich natürlich die Frage: "Wohin gehen wir?"
Wenn das der Grund für den Rücktritt war, dann "Hut ab"
Andi
martin.heynert
13.09.2010 - 21:13
Der DAV ist ja keine politische Partei, die eine bestimmte Meinung, eine bestimmte Richtung vertreten soll und wer damit nicht übereinstimmt, soll bitteschön gehen.
Der DAV bietet vielfältige Angebote, Funktionen und Serviceleistungen für Bergfreunde aller Art. Diejenigen, die versuchen, den DAV auf eine bestimmte, einspurige Richtung festzulegen, drängen mit ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Mehrheit die anderen an die Seite. Dies wird der Pluralität dieses Vereins und an sich jedes Vereins nicht gerecht, sondern ist intolerant.
Toleranz war allerdings noch nie die Stärke der Naturschutzaktivisten, sondern Penetranz. Ich mag das nicht, wenn einige über alle bestimmen wollen. So wie die Berge für alle etwas zu bieten haben, so soll es auch beim DAV sein.
ZITAT(martin.heynert @ 13.09.2010 - 22:13)

Der DAV bietet vielfältige Angebote, Funktionen und Serviceleistungen für Bergfreunde aller Art. Diejenigen, die versuchen, den DAV auf eine bestimmte, einspurige Richtung festzulegen, drängen mit ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Mehrheit die anderen an die Seite. Dies wird der Pluralität dieses Vereins und an sich jedes Vereins nicht gerecht, sondern ist intolerant.
stimmt und deshalb sollte sich der DAV auch bei sowas wie einer Olympiabewerbung raushalten, denn diese dient in keinster Weise dem Wohl der Mitglieder bzw. ich bezweifle, dass bei den Mitgliedern des Alpenvereins die Olympiabewerbung einen Zusammenhang mit der Mitgliedschaft im DAV hat.
Grüße
kebne