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Wildspitze - Mitterkarjoch - Rofenkarferner


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10 Antworten in diesem Thema

#1 ordesa

ordesa

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Geschrieben 24 April 2006 - 09:38

Hallo!Wir planen für den Sommer (Juli / Anfang August) eine relativ einfache Zweier-Hochtour. Dabei kam mir die Idee, Similaun mit Wildpsitze zu verbinden. - Jetzt bin ich etwas eingeschüchtert von den haarsträubenden Berichten :o aus dem Jahr 2003 über die Rinne zum Mitterkarjoch, wenn man von der Breslauer Hütte aufsteigen will. Daher die Fragen:1.) Wie war denn das Mitterkarjoch in den Jahren 2004/2005? - Ab wann (im Jahr bzw. am Tag) wurde es objektiv gefährlich? - Gilt das Mitterkarjoch immer noch als Normalweg oder wird mittlerweile abgeraten?2.) Alternativ wird immer öfter (z.B. ALPIN 11/2005) der Rofenkarferner erwähnt. - Wie schaut's denn da aus bezüglich Spalten? Die Literatur schwankt zwischen 'harmlos' und 'wild zerklüftet'!3.) Welches ist der Normalweg über den Rofenkarferner? - Über den Firnsattel zum Südgipfel oder im großen Bogen über den Nordostgrat? - Welcher Weg ist leichter und ungefährlicher? - Gibt es normalerweise Spuren? (man muss ja nciht mit dem Jubiläumsgrat anfangen)Über alle Erfahrungswerte der letzten beiden Jahre freue ich mich! :) Vielen Dank für Eure Hilfe!ordesa

#2 gaplodi

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Geschrieben 24 April 2006 - 16:49

hallo ordesa, B) bin schon mehrere male über das mitterkarjoch auf die wildspitze gegangen und habe es nie als problem bzw. besondere schwierigkeit angesehen.wenn du-davon gehe ich aus- mit steigeisen gehen kannst, sollte es kein hindernis darstellen. früh am morgen ist es meist hart gefroren, was aber mit zunehmender sonneneinstrahlung bald recht sulzig wird. bei meiner letzten tour bin ich bewust auf meinem allerwertesten runtergerutscht - also kein problem bei dieser auslaufzone. :D über den rofenkarferner bin ich noch nicht gegangen. daher kein hinweis von mir.servus

Bearbeitet von gaplodi, 24 April 2006 - 16:51.


#3 Yak

Yak

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Geschrieben 24 April 2006 - 17:18

Wir planen für den Sommer (Juli / Anfang August) eine relativ einfache Zweier-Hochtour. Dabei kam mir die Idee, Similaun mit Wildpsitze zu verbinden.

Besser+schöner wenn ausreichende Erfahrung im Eis : Wildspitze + Fluchtkogel

1.) Wie war denn das Mitterkarjoch in den Jahren 2004/2005? - Ab wann (im Jahr bzw. am Tag) wurde es objektiv gefährlich? - Gilt das Mitterkarjoch immer noch als Normalweg oder wird mittlerweile abgeraten?

Wer rät ab ? Mitterkarjoch ist immer noch der kürzeste Weg, normalerweise ist die Rinne zum Joch gut zu gehen wenn man ein wenig mit Steigeisen umgehen kann, erst sehr spät im Jahr wenn es lange heiß war apert sie aus, das kann Dir aber vermutlich wurscht sein wenn Du dort gar nicht runtergehst sondern durchs Brochkogeljoch zur Vernagthütte gehst.

2.) Alternativ wird immer öfter (z.B. ALPIN 11/2005) der Rofenkarferner erwähnt. - Wie schaut's denn da aus bezüglich Spalten? Die Literatur schwankt zwischen 'harmlos' und 'wild zerklüftet'!

Meine erste Tour auf die Wildspitze, ich fands damals wild, wie es jetzt aussieht weiß ich nicht.

3.) Welches ist der Normalweg über den Rofenkarferner? - Über den Firnsattel zum Südgipfel oder im großen Bogen über den Nordostgrat? - Welcher Weg ist leichter und ungefährlicher? - Gibt es normalerweise Spuren? (man muss ja nciht mit dem Jubiläumsgrat anfangen)

Über den Firnsattel. Was ist denn da jetzt der Nordostgrat ? ich dachte das wäre dieser Weg, da bin ich jetzt verwirrt und muß in die Karte schaun. Der Übergang ist normalerweise nicht schwierig, möglicherweise im August Blankeis, keine Ahnung. Mal allgemein : Was zum Teufel treibt einen im August in die Ötztaler ? Ist doch meist gräßlich grau-braun und öde ! Früh im Juli ists viel schöner !
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#4 Totti

Totti

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Geschrieben 25 April 2006 - 06:15

Hai, ordesa :)Ich möchte mal die Bemerkung vom Yak aufgreifen. Wenn Du zum einen nicht sicher bist, was das Mitterkarjoch/-ferner angeht, dann tausche die Breslauer Hütte mit der Vernagthütte. Dafür gibt es in meinen Augen md. 3 Gründe: Im August steppt da oftmals sowieso der Bär und es ist via Mitterkarferner ziemlich viel in Richtung Wildspitze unterwegs, macht ja auch keinen sonderlichen Spaß. Geh´ von der Vernagthütte über den Vernagtferner, durchs Brochkogeljoch, auf dem oberen Taschachferner am Brochkogel und Mitterkarjoch vorbei hinauf zur Wildspitze. Diese Tour ist mE eine wirklich sehr schöne Möglichkeit. Sie ist zwar etwas länger, aber dafür etwas zum Genießen, eine richtig tolle Gletschertour. Du musst dabei nicht mit großen Spalten rechnen (einzig am Übergang zum Kleinen Vernagtferner auf einige größere achten). Das Brochkogeljoch ist hier das Nadelöhr, wo es ein wenig ungemütlich wird (es ist etwas haklig, mit den Steigeisen durch größes Geröll und tw. feinen Schutt aufzusteigen, ist aber trotzdem recht unproblematisch). Dafür ist da nicht die Autobahn gen Wildspitze und Du hast während der gesamten Tour (gutes Wetter natürlich vorausgesetzt) herrliche Ausblicke in Richtung Texelgruppe, Ortler, südl. Ötztaler, Kaunergart und Geigenkamm. (ca. 13km; 10-11 Std.; 1000m á Auf-/Abstieg)Viel SpaßTorsten :)
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#5 ordesa

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Geschrieben 25 April 2006 - 08:03

Hi Totti, vielen Dank für den Tipp Vernagthütte - hatte auch schon dran gedacht - zumal die Vernagthütte 2 Stunden näher am Similaun liegt... B) Da wir noch nicht so Hochtouren-erfahren sind, müssen wir immer schauen, dass wir Steileis- und Gletscherbruchpassagen weitgehend vermeiden... Hier sind aber noch die Links zum Normalweg: 1.) In Alpin 11/2005 wird der Rofenkarferner vorgeschlagen (Aber auch der Vernagtferner ist aufgeführt): ALPIN 11/2005 (2) und von dem Normalweg wurde abgeraten: ALPIN 11/2005 (1) 2.) Hier noch die Anmerkungen von der Sektion Breslau Gletscherspalten am Mitterkarjoch (mit Bildmaterial). - Bei dem Bild würde ich die Hosenbodenabfahrt nicht unbedingt vorziehen... :unsure: Vielen Dank noch einmal für die Tipps! ordesa

#6 gaplodi

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Geschrieben 26 April 2006 - 15:12

hallo,so ausgeapert habe ich das mitterkarjoch noch nicht erlebt :o bin immer im mai-juni dort unterwgs gewesen, da war nichts von einer spalte zu sehen. alles ist im wandel :( möchte mich totti's vorschlag anschließen, bin diese runde auch schon gegangen und die vernagthütte ist nicht ganz so überlaufen wie die breslauer. ausserhalb der schulferien und unter der woche hält sich der ansturm in grenzen.servus

#7 Vogelfreund

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Geschrieben 26 April 2006 - 22:08

Similaun und Wildspitze - nun, ein Tal liegt dazwischen. Warum nicht Similaun und Weißkugel (wenn es denn sowas gleich sein muß)? Das Essen auf der "Bella Vista" ist eines der besten alpin! Doof dort, das Skigebiet. Aber auch da hat es Gletscher mit den bekannten Spalten, vor allem den von Schnee verdeckten, in den Mann/Frau hineinpaßt. Eine 2er-Seilschaft ist für Gletscherquerungen nunmal nicht optimal.Wenn Wildspitz sein muß, nicht am Wochenende bzw. mit Voranmeldung auf der Breslauer Hütte. Überlegen (Führerliteratur), ob Aufstieg via Urkundhom/Ötztaler Urkund (Fels II); wir hatten bloß an einer Stelle gesichert (ohne Haken). Das ist teils schmal und bröselig, und oben hats Firn. Falls keine Erfahrung in solch einem Gelände, besser lassen. Nachteilig, geht man am Mitterkarjoch dann hinunter, und sieht es erstmalig und scheinbar steiler von oben, ist es schlecht, wenn man dann nicht adäquat mit Steigeisentechnik und Sicherungen parieren kann. Geht man das Joch rauf und hat Muffe, läßt es sich leicht umdrehen.Mitterkarjoch: 2003 war sehr warm, das sieht (noch) kaum jedes Jahr so aus, schätze ich (im Oktober 2005 jedenfalls mit (wieder) reichlich Schnee). Und die Spalte ist die Gletscherrandkluft - die ist immer da ("normal" allerdings verdeckt); unterhalb ist das Eis offenkundig harmlos, oberhalb eben richtig Gletscher. Wenn überhaupt, in der Aufsicht des Jochs links halten (= orographisch (in Fließrichtung) rechts), also da wo´s "grün" ist. Den Firn gehts ja nur anfangs rauf, dann nach links weg. Dort im Fels stecken reichlich Haken zum Sichern, Augen auf. Auch hier aber: Wenn Ihr das noch nie gemacht habt, das Gelände Eure Kenntnisse also übersteigt, besser dort nicht zum Ersten Mal probieren. Dann eher später in Eurem Bergleben oder/und mit guter Begleitung. Vf

#8 jochi88

jochi88

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Geschrieben 17 April 2017 - 18:13

Hallo zusammen, ich wollte mich mal erkundigen wie es mit einem soloaufstieg über den mitterkarferner aussieht? Kann man das wagen ende Juni oder nicht. Bin nämlich alleine unterwegs. Oder findet man unterwegs oder so ein paar Bergsteiger wo einen mitnehmen in einer seilschaft?

Würde mich über eine Antwort freuen
Mfg

#9 Kormoran

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Geschrieben 17 April 2017 - 18:30

Hi,

 

einfache Antwort: das würde ich nicht empfehlen. Der Mitterkarferner könnte evtl noch gehen, aber Du willst ja wahrscheinlich vom Joch aus weiter auf die Wildspitze und das ist alleine keine gute Idee.

 

Sich unterwegs einer Seilschaft anschliessen ist auch problematisch. Wer möchte jemand fremdes ans Seil nehmen, von dem er über die Fähigkeiten nichts weiss? Vielleicht ergibt sich etwas abends auf der Breslauer Hütte. Rechnen kannst Du aber nicht damit.

 

Ciao, Alex



#10 aleph1

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Geschrieben 17 April 2017 - 20:40

Schau dir bei Alpenvereinaktiv.de mal den Eisbruch auf 3540 m an. In der Hybridansicht (Luftbild). Auf halbem Weg zwischen Mitterkarjoch und Wildspitze.

 

Wenn man da durch ne Schneebrücke durchrauscht, dann kann man sich schon richtig ein Flügelchen verstauchen.

 

Such dir einen Tourenpartner zum Anseilen für die Wildspitze, was kein Problem darstellen kann. Die Jahreszeit ist gut (noch nicht alles weggeschmolzen). Aber dieses Jahr liegt eh so eine dünne Auflage. Manche Spalten sieht man dadurch klar, oder sie liegen frei, andere sind aber halbscharig abgedeckt (naja, ist eh immer so).



#11 Flachlandtiroler

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Geschrieben 17 April 2017 - 21:23

Hallo zusammen, ich wollte mich mal erkundigen wie es mit einem soloaufstieg über den mitterkarferner aussieht? Kann man das wagen ende Juni oder nicht. Bin nämlich alleine unterwegs. Oder findet man unterwegs oder so ein paar Bergsteiger wo einen mitnehmen in einer seilschaft?

Würde mich über eine Antwort freuen
Mfg

 

Waren letztes Jahr Anfang Juli da. Wie schon geschrieben, ist es zum Mitterkarjoch hinauf von der Spaltengefahr her harmlos, danach aber eben ein "richtiger" Gletscher, mit um diese Jahreszeit eingeschneiten Spalten. Typisch ist eine breite Spur vorhanden, wem das ausreicht bitte...

 

Das mit dem Anschluß an andere Seilschaften kann man versuchen, allerdings sind da wohl 90% geführt unterwegs. (Ok., bleiben immer noch 20-30 eigenständige Hochtouristen übrig, dioe man fragen kann :-p )

 

Von dem von vf anno 2006 beschriebene Anstieg wurde uns vom anwesenden BF-Lehrgang in blumigen Worten abgeraten. Ich vermute stark, schlimmer als Westalpen-Gebrösel ist das auch nicht, aber die Steinschlaggefahr ist zumindest relevant und man sollte dann wohl der erste in der Route sein...

 

Für den Anfang ist vielleicht der Similaun geschickter oder gleich die Kreuzspitze. Schrankogel. (...)


Bearbeitet von Flachlandtiroler, 17 April 2017 - 21:29.