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Unfreundlichkeit am Berg....


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5 Antworten in diesem Thema

#1 hm08

hm08

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Geschrieben 29 September 2017 - 07:40

Hallo zusammen,

 

am vergangenen Samstag ist mir ein kleiner (eigentlich unbedeutender) Vorfall passiert, der mich aber zu diesem Post hier animiert hat. Es geht mir um "Unfreundlichkeit" am Berg. Vorab möchte ich erwähnen, dass ich seit vielen Jahren in den Bergen bin und eigentlich nur positive Erfahrung dort gemacht habe. Alle Leute sind hilfsbereit, selbst wenn man deren Sprache nicht spricht. Irgendwie ist es am Berg doch auch völlig egal "wer" man ist und was man sonst im Leben macht... mir zumindest!

 

Am letzten Samstag bin ich von der Bad Kissinger Hütte zum Brentenjoch gegangen. Am Brentenjoch habe ich überlegt, ob ich weiter zum Roßberg gehen soll und sah einen anderen Wanderer, der gerade über den Grat von dort kam. Ich sprach ihn freundlich an, ob er mir sagen könne, wie lange man über den Grat bis zum Gipfel dort braucht. Er reagierte nicht. Da wir mit mehreren Leuten am Gipfel des Brentenjochs standen, ging ich davon aus, dass er sich nicht angesprochen fühlte und wiederhole meine Frage freundlich mit "Entschuldigung, könntest Du mir sagen.... etc." - seine Antwort im tiefsten bayrischen Dialekt "das ist nichts für Dich"...  ich war ziemlich irritiert und fragte, woher er das wisse...  er reagierte nicht und ging weiter. Die anderen Typen am Berg guckten genauso irritiert.... keiner konnte sich das erklären. Arroganz ohne Ende! Zudem hatte ich ja gar nicht um eine Einschätzung gebeten, ich gehe schließlich (wie jeder Bergwanderer) auf eigene Gefahr - es ging mir ja nur um die Zeit.... 

Na ja, ich habe mich an diesem Tag gegen den Roßberg entschieden, allerdings nur aufgrund von Zeitmangel. Im Internet habe ich mir den Abschnitt angesehen - Kletterei im 1. Schwierigkeitsgrat - na ja - also nicht dramatisch...

Im Jahre 2013 ist mir ein ähnlicher Vorfall mal am Stopselzieher zur Zugspitze passiert. Damals war ich mit einem Freund unterwegs. Wir hatten damals noch nicht so viel Erfahrung und fragten im Steig einen von unten kommenden Kletterer um einen kleinen Rat... er ging an uns vorbei, antwortete nicht und tat so, als gäbe es uns nicht....

Ich frage mich ernsthaft, warum Leute so reagieren. Wenn jemand sichtlich überfordert ist und man sich die Frage stellen muss, warum jemand überhaupt in einen Klettersteig einsteigt - dann kann ich es vielleicht verstehen, wenn man das Verhalten (sich selber zu überschätzen) nicht gut findet - aber solche Arroganz ist mir eigentlich fremd...

 

Ich möchte nochmal betonen, dass das nur zwei Vorfälle in vielen Jahren freudiger Bergerfahrung sind - dem Gegenüber stehen unzählige nette Erfahrungen und Begegnungen!!!

 

Wie sind Eure Erfahrungen?


Ein Abend vor dem Fernseher hinterlässt keine Spuren im Leben (Alexander Huber)

#2 Alpenfan70

Alpenfan70

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Geschrieben 29 September 2017 - 15:42

Hallo zusammen,

 

am vergangenen Samstag ist mir ein kleiner (eigentlich unbedeutender) Vorfall passiert, der mich aber zu diesem Post hier animiert hat. Es geht mir um "Unfreundlichkeit" am Berg. Vorab möchte ich erwähnen, dass ich seit vielen Jahren in den Bergen bin und eigentlich nur positive Erfahrung dort gemacht habe. Alle Leute sind hilfsbereit, selbst wenn man deren Sprache nicht spricht. Irgendwie ist es am Berg doch auch völlig egal "wer" man ist und was man sonst im Leben macht... mir zumindest!

 

Am letzten Samstag bin ich von der Bad Kissinger Hütte zum Brentenjoch gegangen. Am Brentenjoch habe ich überlegt, ob ich weiter zum Roßberg gehen soll und sah einen anderen Wanderer, der gerade über den Grat von dort kam. Ich sprach ihn freundlich an, ob er mir sagen könne, wie lange man über den Grat bis zum Gipfel dort braucht. Er reagierte nicht. Da wir mit mehreren Leuten am Gipfel des Brentenjochs standen, ging ich davon aus, dass er sich nicht angesprochen fühlte und wiederhole meine Frage freundlich mit "Entschuldigung, könntest Du mir sagen.... etc." - seine Antwort im tiefsten bayrischen Dialekt "das ist nichts für Dich"...  ich war ziemlich irritiert und fragte, woher er das wisse...  er reagierte nicht und ging weiter. Die anderen Typen am Berg guckten genauso irritiert.... keiner konnte sich das erklären. Arroganz ohne Ende! Zudem hatte ich ja gar nicht um eine Einschätzung gebeten, ich gehe schließlich (wie jeder Bergwanderer) auf eigene Gefahr - es ging mir ja nur um die Zeit.... 

Na ja, ich habe mich an diesem Tag gegen den Roßberg entschieden, allerdings nur aufgrund von Zeitmangel. Im Internet habe ich mir den Abschnitt angesehen - Kletterei im 1. Schwierigkeitsgrat - na ja - also nicht dramatisch...

Im Jahre 2013 ist mir ein ähnlicher Vorfall mal am Stopselzieher zur Zugspitze passiert. Damals war ich mit einem Freund unterwegs. Wir hatten damals noch nicht so viel Erfahrung und fragten im Steig einen von unten kommenden Kletterer um einen kleinen Rat... er ging an uns vorbei, antwortete nicht und tat so, als gäbe es uns nicht....

Ich frage mich ernsthaft, warum Leute so reagieren. Wenn jemand sichtlich überfordert ist und man sich die Frage stellen muss, warum jemand überhaupt in einen Klettersteig einsteigt - dann kann ich es vielleicht verstehen, wenn man das Verhalten (sich selber zu überschätzen) nicht gut findet - aber solche Arroganz ist mir eigentlich fremd...

 

Ich möchte nochmal betonen, dass das nur zwei Vorfälle in vielen Jahren freudiger Bergerfahrung sind - dem Gegenüber stehen unzählige nette Erfahrungen und Begegnungen!!!

 

Wie sind Eure Erfahrungen?

Hallo "hm84"

"...das ist nichts für Dich." klingt für mich nicht annähernd bayerisch pardon bo(a)risch, kannst Du bei deiner ?Übersetzungsapp im Smartphone? mal schauen wie die Ursprungssprache erkannt wird, vor der Eingabe/Übertragung der Audiodaten?

 

ansonsten hier ein ?ähnliches? Thema

https://www.dav-comm...luf#entry122680

 

In Sachen "Stopselzieher", wer in ?zwei? Stunden von Ehrwald/Talstation auf die Zugspitze will (zu Fuß) kann sich solchen Luxus halt nicht leisten...

Schlimm genug, wenn man an der Leiter ?5 Minuten? wegen starkem Gegenverkehr warten soll!

oder vorne dran einer ist den man x-mal überholen könnte!

 

?ähnlicher Vorfall? latscht mir beim Abstieg von der Schönfeldspitze/Südgipfel bei der Watzmannüberquerung auf die Hände...

 

und ?versteht die Frage nicht, ob er den nicht fragen könnt, das man in vorbeilässt wenn er es so Eilig hat...

mfg

"Alpenfan70"


Bearbeitet von Alpenfan70, 29 September 2017 - 16:14.


#3 Frank Steiner

Frank Steiner

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Geschrieben 29 September 2017 - 23:11

Typisches Verhalten von Leuten, die sich fuer wichtige Profis halten und nicht von irgendwelchen Amateuren angesprochen werden wollen ("Oh Gott, was willst Du denn von mir, siehst Du nicht, dass ich hier gerade super zuegig und professionell unterwegs bin und keine Lust auf Schwaetzchen mit so kleinen Dummerchen!"). Leider aber auch oftmals der Grant der Einheimischen ("Bah, Du Scheiss Muenchner, was machst Du hier auf meinem Berg mit Deiner depperten GoreTex-Jacke und Deinen bloeden orangen Trailrunner-Schuehchen, und nachher darf ich Dich mit der Bergwacht aus der Felswand klauben, ich war hier schon unterwegs, da warst Du noch gar nicht auf der Welt, haut doch alle ab von meinem Berg").

 

 

Beides schon oefters erlebt. Allerdings nicht mehr, seit wir nur noch da unterwegs sind, wo man bei 16 Stunden Wanderung keinem begegnet. Tut man es naemlich dann doch, ist immer ein grosses Hallo "Ja, wie, hier gibt's noch jemand, wer bist Du denn, woher kennst Du den diesen Weg..." und das ist immer sehr schoen.

 

Natuerlich muss ich abschliessend sagen, dass ich auch vielen echten Profis begegnet sind, die immer viel freundlicher waren als die selbsternannten. Und etwa 95% der Einheimischen (zumindest dem Dialekt nach), denen ich auf einsamen Pfaden begegnet sind, waren ebenfalls sehr freundlich und keinesweg beleidigt, dass ich "ihren" Geheimweg kannte. Aber die anderen gibt's auch, und denen bist Du halt begegnet.  Aber solange es so eine seltene Ausnahme bleibt...

 

 

P.S.: Und ich hab keine orangen Trailrunner-Schuehchen, nicht dass das einer denkt. Weil Leute mit sowas an den Fuessen oder noch besser Funktionshosen oder am allerschlimmsten Wanderstoecken, die gruess ich sowieso nicht, die koennen sich doch in echtem Berggelaende sowieso nicht bewegen, deppertes Premium-Wanderwegs-Katalogausruestungskauf-Gesindel, die sollen mich bloss nicht ansprechen, wenn ich aus Versehen mal den Weg ueberqueren muss, weil der meinen super geheimen Pfad kreuzt "NA! Klappe! Lass mich bloss in Ruh, Du Nordic-Stalker!"  :angry2:


Wandern mit Kindern in Bayern: http://www.familiesteiner.de/wandern

#4 Grüntnerin

Grüntnerin

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Geschrieben 04 October 2017 - 10:12

Ja ja, keine Ahnung was denen für eine Laus über die Leber gelaufen ist.  Stimmt schon die Typen gibt zweifelsohne und auch leider in den DAV Gruppen, auserdem siehe Beitrag zur Martinswand, dort gerade zu deuschfeindlich angekotzt worden. 



#5 batte

batte

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Geschrieben 04 October 2017 - 12:15

Du schreibst du sprachst ihn freundlich an. Wäre nochmal interessant zu wissen, wie er dich erlebt hat.

 

Was für eine Frage ist das eigentlich "wie lange man über den Grat bis zum Gipfel dort braucht"?

 

Über einen Grat mit einfacher Kletterei brauchen unterschiedliche Leute unterschiedlich lang. Er kann nicht wissen, wie lange du brauchst. Das heißt, er findet sich unvermittelt in einer Situation, wo von ihm gefordert wird, einen Fremden einzuschätzen.

 

Außerdem, meint ihr wirklich dass jedermann die Zeiten nimmt die er für irgendwelche Abschnitte auf Bergtouren braucht? Es gibt auch heute noch viele Leute denen das völlig schnurz ist, ob sie um 12, 15 oder 18 Uhr unten sind. Gutes Wetter und keine zu erwartenden Komplikationen vorausgesetzt. Und die "Zeiten" weder besonders wahrnehmen noch beachten. Die nur beachten, wie hoch die Sonne steht.

 

Wieso sprichst du jemanden, der beim ersten Mal nicht reagiert nochmal an? Hier solltest du eher nicht davon ausgehen, dass er dich nicht gehört hat, sondern vorsichtshalber davon, dass er sich gerade nicht mit einem Fremden unterhalten will, sich nicht ausfragen lassen will, für ein Gespräch zur Verfügung stehen will.

 

Wenn du wissen willst, wie lange es da hinüber dauert, wieso schaust du nicht in die Karte, zuhause in den AV Führer? Oder schau doch am Gipfel ob du jemanden findest, der gesprächsbereiter und offener wirkt und frag den nach einer Einschätzung, oder ob er den Weg kennt.

 

Wenn er unfreundlich ist, schön, vielleicht war er einer von vielen unfreundlichen Menschen in den Bergen. Dass es die in den Bergen weniger gibt als irgendwo halte ich für eine grobe, romantisierende Verkennung.

 

Vielleicht ist er unfreundlich und du bist vielleicht ein aufdringlicher Mensch. Der den Abstand nicht respektiert, den andere versuchen einzuhalten. Vielleicht trägst du auch ein Anspruchsdenken in dir, dass jeder dir auf dich zugeschnittene Auskunft zu erteilen hätte.

 

Was keineswegs der Fall ist.


Bearbeitet von batte, 04 October 2017 - 12:35.


#6 hm08

hm08

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Geschrieben 05 October 2017 - 05:58

Guten Morgen "batte",

 

man könnte fast denken, "Du" warst derjenige, den ich da oben am Berg mit meiner "fordernden Art" so "bedrängt" habe :blink:   interessanter Beitrag, ich bin durchaus offen für "andere Sichtweisen"...  inhaltlich gehe ich darauf lieber nicht ein, sowas eskaliert im anonymen Internet immer schnell und macht wenig Sinn. Jeder "Mitleser" darf sich ja seine eigene Meinung über die geschriebenen Zeilen bilden ;)

 

Beste Grüße


Bearbeitet von hm08, 05 October 2017 - 05:59.

Ein Abend vor dem Fernseher hinterlässt keine Spuren im Leben (Alexander Huber)